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Faktenbasierte Relevanzstudie (FBRS)

von Manfred Alberti

 

1.) Sinn

Während Machbarkeitsstudien alleine die technische Machbarkeit und den finanziellen Rahmen unter die Lupe nehmen, sammelt die FBRS alle relevanten Aspekte, die zur Beurteilung eines geplanten Projektes hilfreich sein können.

Ziel ist es, den Entscheidern in Politik und Verwaltung alle relevanten Aspekte eines Projektes so zu präsentieren, dass sie eine übersichtliche faktenbasierte Grundlage für ihre eigenen Beurteilungen haben.

FBRS geht von der Alltagserfahrung aus, dass manchmal sehr kleine und zunächst als unwichtig eingestufte Aspekte doch ein großes Projekt scheitern lassen können.

FBRS hält es für notwendig, dass vor einer Entscheidung alle relevanten Aspekte offen auf dem Tisch liegen müssen, um optimale Entscheidungen fällen zu können.

Zwei Aspekte fallen nicht in eine FBRS:

- Die Wertigkeit von Finanzen für oder gegen ein Projekt im Vergleich zu anderen Ausgabemöglichkeiten ist eine Frage der (politischen) Beurteilung und ist damit nicht Gegenstand von FBRS.

- Sinn einer FBRS ist es auch nicht, Zahlen über Zustimmungen oder Ablehnungen eines Projektes in der Bevölkerung zu erheben.

 

2.) Methode

a) Alle bisherigen wichtigen Projektpläne, Gutachten, Machbarkeitsstudien etc. werden der Öffentlichkeit auf einer eigenen Website des (kommunalen) Entscheiders zugänglich gemacht.

b) Die Bevölkerung wird aufgefordert, sachliche Hinweise auf Mängel, Fehler, fehlende Aspekte, Verbesserungsmöglichkeiten, Alternativen etc. zu geben.

Hierbei kann man davon ausgehen, dass es in der normalerweise nicht beteiligten lokalen Öffentlichkeit sehr viele Experten gibt: berufliche Experten, Fachleute, Wissenschaftler, Experten durch Hobbyinteressen, Einheimische mit historischem Wissen auch über frühere ähnliche gescheiterte Pläne, Einheimische mit großer Kenntnis über lokale Eigenheiten etc.. Angesprochen dürfen sich auch überregionale Experten fühlen, die wichtige Erkenntnisse und Aspekte aus Projekten in anderen Regionen beisteuern können.

- Alle Hinweise sollten schriftlich an die Website des Entscheiders gesandt werden.

- Für die Einsendungen sollte ein begrenzter Zeitraum von vier bis sechs Wochen vorgesehen werden.

- Alle Einsendungen müssen unter Klarnamen oder unter Künstlernamen erfolgen. Bei Künstlernamen müssen die Klarnamen dem Entscheider bekannt sein. Adressen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder sonstige private Details werden nicht veröffentlicht.

c) Alle Einsendungen werden auf einer fortlaufenden website unkommentiert unter fortlaufender Nummer (mit oder ohne Namen) veröffentlicht. So weiß jeder Einsender, dass sein Schreiben berücksichtigt wird.

d) Mitarbeiter ordnen auf einer zweiten systematisierenden website jeden genannten Aspekt einem möglichst kleinen, überschaubaren Problembereich zu und systematisieren so alle Aspekte. Dabei kann man sich z.B. durchaus an die Systematik einer vorliegenden Machbarkeitsstudie halten. Zusätzliche neue Aspekte werden mit zusätzlicher Nummerierung an diese Systematik angegliedert.

- Da es nicht auf die nummerische Anzahl von Nennungen innerhalb der genannten Aspekte ankommt, sondern auf die detaillierte inhaltliche Vielfalt, können Einsendungen mit gleichem Inhalt für diese Systematik unberücksichtigt bleiben. In dem fortlaufenden Ordner bleiben sie trotzdem veröffentlicht.

- Konträre Ansichten des gleichen Aspektes werden möglichst nahe beieinander aufgeführt, damit Leser daraus zu neuen Schlussfolgerungen kommen können. So können neue Ideen zu neuen Lösungen führen.

- Durch die fortlaufende Veröffentlichung aller eingegangenen Schreiben können von den Lesern auch Aspekte, die den Mitarbeitern in der systematischen Aufstellung entgangen sind oder die missverstanden wurden, moniert werden.

e) Nach Einsendeschluss werden die systematischen Ordner so lesefreundlich gestaltet, dass die Entscheider in Politik und Verwaltung anhand einer übersichtlichen und geordneten Broschüre sich leicht einen Überblick über alle Aspekte verschaffen und ihre eigene Beurteilung fällen können.

 

3.) Vorteile

Die Entscheider haben alle Aspekte eines Problems leicht zugänglich vor Augen und können so umfassend informiert ihre Entscheidungen treffen.

Entscheider können ziemlich sicher sein, dass alle Aspekte eines Projektes genannt sind.

Eine interessengeleitete Einseitigkeit von Projektvorlagen kann verhindert werden.

Die entscheidenden Personen und Gremien sind nicht darauf angewiesen, alle in Leserbriefspalten, Schreiben etc. vereinzelt genannten Aspekte zu sammeln. Sie bekommen alles in einer einzigen Schrift zu lesen.

Bürger können ihre ihnen wichtigen Aspekte direkt zu der Entscheidungsphase in die entscheidenden Gremien geben und sicher sein, dass sie bei der Entscheidung mit berücksichtigt werden.

Kommunale Aspekte, die bei Studien von überregionalen Büros oft kaum vorhanden sind, finden Berücksichtigung.

Alle Beteiligten können ihre Aspekte frühzeitig genug einbringen. Spätere Hinweise auf bei der Entscheidung übersehene Aspekte dürften damit weitgehend entfallen.

Alle Bürger einer Kommune sind eingeladen, sich zu beteiligen. Sie haben auf diesem Wege der beiden Websites die Möglichkeit, garantiert mit ihren Aspekten von den Entscheidern beachtet und ernst genommen zu werden.

Eine Kommune beweist Bürgerfreundlichkeit, wenn sie die Bürger mit in wichtige Entscheidungsprozesse einbindet. Sie macht Lokalpolitik damit attraktiver.

 

 

 

 

 

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© Manfred Alberti

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