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Laurentiusplatz Sperrung Kritik

Diese Übersicht über Fragen, die sich bei einer im Gespräch befindlichen Sperrung der Friedrich-Ebert-Str. in Höhe des Laurentiusplatzes ergeben, habe ich an den OB, die Parteien, einige involvierte Personen und an die Wuppertaler Presse geschickt. Das Internetportal wtotal hat diesen Artikel in Gänze veröffentlicht. 

Da der OB Schneidewind am Do. 01.Juli 2021 auf dem Laurentiousplatz mit Bürgern über dieses Thema diskutieren will, hielt ich eine schnelle Veröffentlichung der Bedenken für sinnvoll, damit nicht nur die pro-Seite zu Wort kommt.

 

Eine Antwort der Fraktion Die Grünen vom 29.06.2021 habe ich zur besseren Diskussion jeweils wörtlich kursiv eingefügt. Das Schreiben stammt vom Verkehrsausschussmitglied Stadtverordneter Frank ter Veld.

 

Laurentiusplatz Sperrung Kritik

1.) Planung Bezirksvertretung Elberfeld (26.05.2021) und Stadtrat (21.06.2021)

Die Bezirksvertretung will "den motorisierten Verkehr auf der Friedrich-Ebert-Straße, im Abschnitt Laurentiusstraße bis Auer Schulstraße, herausnehmen." Ein Konzept der Verwaltung wird bis nach den Sommerferien 2021 erbeten. Der Stadtrat hat dem am 21.06.2021 zugestimmt.

Damit viele Aspekte in der bis zum September möglichen öffentlichen Diskussion in Erwägung gezogen werden, ist der folgende Text entstanden. Für Hinweise auf andere Sichtweisen, zusätzliche kritische Aspekte oder Chancen bin ich dankbar und werde sie gerne einarbeiten.

Die Grünen

Der Stadtrat hat in der Ratssitzung am 21.06.2021 den Beschluss der BV Elberfeld nicht zugestimmt. Der Rat hat in der Sitzung die Anträge der CDU (Vorlage 952 aus 2021) und FDP (Vorlage 974 aus 2021) zum gemeinsamen Antrag (Vorlage 784 aus 2021) der BV Elberfeld "Herausnahme motorisierter Verkehr Friedrich-Ebert-Straße" abgelehnt.

 

2.) Eine Sperrung der Friedrich-Ebert-Straße vor dem Laurentiusplatz erfüllt das Ziel nicht: Durch den erlaubten (auch schnellen) Fahrradverkehr muss die Verkehrstrasse weiter erhalten bleiben.

Die Nutzung des frei gewordenen Raumes ist eingeschränkt: Durch den weiter vorhandenen Fahrradverkehr muss eine breite Fahrradtrasse frei bleiben. Kellner und Passanten müssen wegen der leisen Fahrräder und schnellen E-Räder beim Queren der Trasse doppelt aufpassen. Eine Gefahrenstelle für spielende Kinder neben der Gastronomie wird neu eröffnet. Die Geschwindigkeit der Fahrräder könnte sich wegen der fehlenden Autos sogar noch erhöhen.

Eine Totalsperrung der Straße wäre auch wegen der Anlieferung des Bio-Supermarktes durch LKWs mit langem Auflieger und wegen der Hofeinfahrt in diesem Abschnitt neben dem Haus Nr. 15 schwierig.

Die Grünen

Die eingeschränkte Durchfahrt für den Kfz-Verkehr in der Friedrich-Ebert-Straße wird voraussichtlich eine verkehrliche Situation ergeben, die generell vergleichbar sein wird mit der derzeitigen Luisenstraße. Die Luisenstraße ist im Luisenviertel eine Fahrradstraße. Von dieser verkehrsrechtlichen Anordnung haben jedoch vorrangig die Menschen zu Fuß profitiert. Beobachtet man nämlich die tatsächliche verkehrliche Nutzung der Fahrradstraße Luisenstraße, dann verwenden die zu Fuß Gehenden vorrangig die Fahrbahn. Zwar erfolgt dies strikt genommen regelwidrig, die vorhandene Gehwege sind aber für eine tatsächliche Nutzung großenteils viel zu schmal. Fazit: die angeordnete Bevorrechtigung des Radverkehrs, und dazugehörige Beschränkungen des Kfz-Verkehrs, in der Luisenstraße hat in dieser Straße den Fußverkehr, und damit auch Einzelhandel und Gastronomie, gestärkt. Die eingeschränkte Durchfahrt des Kfz-Verkehrs wird darum ebenso in dem 85 m Abschnitt der Einbahnstraße Friedrich-Ebert-Straße ausreichend Platz generieren für den Rad- und Fußverkehr. Das Einschränken des Kfz-Verkehrs  in der Luisenstraße, und das daraus resultierende Miteinander von Fuß- und Radverkehr, ist der Beweis, dass dieses Ziel erfüllt wird und Radverkehr faktisch keinerlei Gefahr darstellt.
Für die Firmenanlieferung mit LKW gibt es im ganzen Stadtgebiet verkehrliche Ausnahmeregelungen.

3.) Bei einer notwendigen Umdrehung der Einbahnstraße Laurentiusstraße gäbe es keine direkte Ausfahrt aus dem Luisenviertel in die Innenstadt mehr. Man müsste dann immer über die B 7 fahren.

Die Laurentiusstraße ist Einbahnstraße von der Aue in Richtung Friedrich-Ebert-Straße und weiter bis zur Luisenstraße. Autofahrer auf der Friedrich-Ebert-Straße müssen also nach rechts in die Laurentiusstraße Richtung Luisenstraße abbiegen, um über die Kasinostraße Richtung Aue zur Auer Schulstraße zu gelangen. Die Gastronomie an der Laurentiusstraße würde durch den mindestens verdoppelten Verkehr geschädigt. Der Vorteil der Friedrich-Ebert-Straßen - Gastronomie erwies sich als Nachteil für die Laurentiusstraßen - Gastronomie.

Wenn die Fahrtrichtung der Laurentiusstraße umgedreht werden würde Richtung Aue würde allerdings die einzige Möglichkeit zerstört, aus dem Luisenviertel zum Zentrum Elberfeld zu kommen (Aue-Laurentiusstraße-Luisenstraße), ohne über die B 7 fahren zu müssen.

Eine denkbare Sperrung der Friedrich-Ebert-Straße ab Kasinostraße würde die vielen Parkplätze vor der Deutschen Bank unbrauchbar machen und wäre deshalb nicht sinnvoll.

Die Grünen

Eine eingeschränkte Durchfahrt für den Kfz-Verkehr in der Friedrich-Ebert-Straße ab Kasinostraße ist nicht vorgesehen. Im Luisenviertel wurde vor vielen Jahren ein Einbahnstraßensystem eingerichtet mit einzelnen Schleifen, die den Kfz-Verkehr in das Viertel hinein und heraus lenken. Derartige Einbahnstraßensysteme entlasten Wohngebiete und durch die Einrichtung von Einbahnstraßen wird mehr Platz zum Abstellen von leeren Kfz geschaffen. Gleichwohl zeigt die aktuelle Kfz-Verkehrsbelastung im Luisenviertel, dass die Durchlässigkeit zu hoch ist. Auch ist bekannt, dass der Kfz-Verkehr im Luisenviertel aus viel Park-Such-Kfz-Verkehr besteht. Dieses Kfz-Verkehrsaufkommen belastet das ganze Viertel und schränkt den Verkehrsraum für alle Besucher:innen, egal ob zu Fuß mit Rad oder mit Kfz, signifikant ein. Eine Optimierung des vorhandenen Einbahnsystems würde darum mehr Platz schaffen für Kundschaft.

 

4.) Die Einbahnstraße Auer Schulstraße müsste umgedreht werden, um überhaupt die Friedrich-Ebert-Straße ab Laurentiusplatz erreichen zu können

Wenn die Auer Schulstraße Einbahnstraße Richtung Aue bliebe, könnte der Verkehr nur über die Obergrünewalder Straße auf die Friedrich-Ebert-Straße gelangen. Der Bereich der Friedrich-Ebert-Straße zwischen Auer Schulstraße und Obergrünewalder Straße wäre mit den dort befindlichen Geschäften (Baedeker etc) überhaupt nicht mehr erreichbar, da die Luisenstraße gegenläufige Einbahnstraße ist.

Die Grünen
Hier haben Sie vollkommen recht. Dies und die ebenfalls sinnvolle und notwendige Umkehrung des südlichen Teils der Laurentiusstraße wären sehr einfache notwendige Begleitmaßnahmen einer Sperrung. Weitergehende verkehrslenkende Maßnahmen sind aus aber m.E. nicht erforderlich.

5.) Das Hauptproblem würden die wahrscheinlichen Auswirkungen auf das Einkaufsviertel Friedrich-Ebert-Straße / Luisenviertel mit inhabergeführtem Einzelhandel sein

Anders als die Elberfelder Innenstadt mit nahezu ausschließlich kettenzugehörigen Geschäften besitzt die Friedrich-Ebert-Straße eine breite Vielfalt von inhabergeführtem Einzelhandel. Dieser bietet häufig Waren des täglichen Bedarfs an: Fleischerei, Bäckerei, Bioladen, Bücher, bis vor kurzem Fischgeschäft, Hörgeräte, Brillengeschäft etc.. Die Vielzahl häufig benutzter Kurzzeitparkplätze zeigt, dass dieses Viertel stark von Kunden frequentiert wird, die mit dem Auto kommen. Die Innenstadt Elberfeld mit ihren Angeboten lädt zum Flanieren ein, der aktuelle Bedarf wird im Luisenviertel gedeckt.

Es ist davon auszugehen, dass eine Sperrung der Friedrich-Ebert-Straße massive Auswirkungen auf die Einkäuferfrequenz haben würde.

Nach den jahrelangen extremen Belastungen durch die Döppersberg-Sperrung sollte ein solches Existenzrisiko für die verbliebenen Geschäfte nicht eingegangen werden.

 

Die Grünen

Zum Thema "Existenzrisiko" ist das Bild in ganz Europa identisch: die Aufenthaltsqualität entscheidet, nicht die Erreichbarkeit mit einem Kfz.
Ein effektives Einbahnsystem entlastet das Luisenviertel von Fremdparker:innen, Durchgangs-Kfz-Verkehr und Park-Such-Kfz-Verkehr. Dass diese Belastung aktuell viel zu hoch ist, bestätigt eine objektive Erhebung aus 2014 der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mbH, in dem in Elberfeld nur 19 % der Kundschaft mit dem PKW anreist. Dies widerlegt nicht nur Ihre Behauptung, sondern zeigt auch, dass der vorhandene Kfz-Verkehr im Luisenviertel eher Kundschaft vertreibt als generiert. Eine Reduzierung des Kfz-Verkehrs im Luisenviertel erhöht die Aufenthaltsqualität, erhöht die KundInnenfrequenz und senkt das "Existenzrisiko" des inhabergeführten Einzelhandels.

Alberti

Diese Thesen möchte ich doch arg bezweifeln. Sollte hier nur das Luisenviertel als Flanierviertel  mit Boutiqen, Schmuckgeschäften, Cafes etc gemeint sein, mag das stimmen. Für die Friedrich-Ebert-Straße dürfte das sicher nicht gelten. Hier sind die Händler auf Kunden angewiesen, die schnell Teile des (hochwertigen) täglichen Bedarfs einkaufen möchten: Fleischwaren, Bioprodukte, Bücher, und dazu nicht weite Wege flanieren wollen.  Eine autofreie Friedrich-Ebert-Straße würde diese Kunden aus der Innenstadt in die Supermärkte vertreiben. 

Das unentschiedene Ergebnis der IHK-Umfrage sollte gewichtet werden: Die Boutiquebesitzerin in der Luisenstraße mit einer Mitarbeiterin hat sicher andere Interessen als die Fleischerei oder der Bio-Markt mit 50 Mitarbeitern. 

 

6.) Brauchen wir zusätzliche Flanierflächen in Elberfeld?

Seit einigen Jahren wird die Ausdehnung von autofreien Innenstadtflächen zunehmend kritisch gesehen, da an den vom Fussgängerverkehr wenig frequentierten Rändern leicht Angsträume entstehen. Autoverkehr trägt zum Sicherheitsgefühl bei.

Elberfeld hat in seiner Innenstadt eine riesige Fußgängerzone, die an der Rändern erhebliche Frequenzprobleme zeigt. Mäuerchen, Friedrichstraße, Willy-Brandt-Platz etc werden kaum noch als Flanierfläche benutzt. Bei immer kleiner werdendem Geschäftsangebot (durch Amazon etc.) und leeren Ladenflächen ist es kontraproduktiv und politisch überholt, Fußgängerzonen auszuweiten und damit gerade für abends neue Angsträume zu schaffen. z.B. eine Neumarktstraße ohne abendlichen Autoverkehr und deshalb auch ohne Imbissstuben, beleuchtete Geschäfte etc..

Seit einiger Zeit werden statt reiner Fußgängerzonen in den Innenstädten eher Viertel mit gemischter Nutzung angestrebt. Erreichbarkeit mit dem Auto trägt zur gemischten Nutzung und Vermeidung von Angsträumen bei.

Ein weitgehend Fußgängern vorbehaltener Platz als "Erholungsinsel" widerspricht diesem Stadtentwicklungsziel nicht.

Die Grünen

Die Tatsache, dass am Laurentiusplatz bereits ergiebig flaniert wird, lässt Ihre Frage mit "ja" beantworten. Die Menschen suchen aktiv Flächen, die Schatten spenden und Aufenthaltsqualität besitzen. Warum die Menschen zunehmend die Fußgängerzonen in den Innenstädten meiden, ist vielschichtig zu beantworten. Gleichwohl werden Outlets, Malls und überdachte Einkaufszentren immer noch relativ gut frequentiert. Kfz-Verkehr ist hier nicht zugelassen. Es zeigt sich, dass das Sicherheitsgefühl der zu Fuß Gehenden zunimmt in Abwesenheit des Kfz-Verkehrs. Geparkt wird nebenan, flaniert wird autofrei. Diesbezüglich weist die Friedrich-Ebert-Straße aktuell viele Defizite auf. Die Ecke Sophienstraße / Friedrich-Ebert-Straße ist ein hier trauriges Beispiel, wo das mangelhafte Regelverhalten der abbiegenden Kfz-Fahrende ggü zu Fuß Gehenden seit Jahren eine Problemstelle darstellt.
Man kann sich also gerne darüber unterhalten, wie eine Innenstadt sich entwickeln könnte, einen Zusammenhang zwischen der Aufenthaltsqualität für Menschen zu Fuß im Bereich Laurentiusplatz und die restliche Fußverkehrsflächen besteht jedoch nicht.

Alberti:

Hier wurde mein Einwand leider nicht verstanden. Der Laurentiusplatz als Erholungsinsel ist besonders im Sommer großartig. Die Friedrich-Ebert-Straße als faktische Fußgängerzone würde nicht funktionieren, da die Geschäfte an der Friedrich-Ebert-Straße keine für eine Flanierzone geeignete Geschäfte sind. Fleischwaren und Biogemüse kauft man als Teil des täglichen Bedarfs nicht beim Flanieren. Deshalb gibt es m.E. solche Geschäfte in der Flanierzone Innenstadt nicht mehr. Die faktische Aufteilung der Elberfelder Innenstadt in Flanierzone in der Fußgängerzone und in Einkaufszone in der Friedrich-Ebert-Straße (weniger Luisenstraße) sollte eine Warnung sein, dieses Viertel mit inhabergeführten Geschäften (des täglichen Bedarfs) durch die Umwandlung der Friedrich-Ebert-Straße in eine autofreie Fußgängerzone ebenfalls zu zerstören. 

Beim Sicherheitsgefühl sollte man auch beachten, dass in Zeiten ohne Geschäftsöffnungen Fußgängerzonen durch wenig Verkehr einen Angstraum darstellen. Autos, die jederzeit vorbeifahren könnten, erhöhen das Sicherheitsgefühl deutlich. In der Herzogstraße, als sie noch keine Restaurationen hatte, am Mäuerchen, auf dem Kirchplatz etc. konnte und kann man dieses Angstgefühl am Abend gut erleben. 

Vor allem sind Fußgängerzonen nicht unendlich ausdehnbar, wie man es noch vor wenigen Jahren als verkehrspolitische Leitlinie angesehen hatte. 

 

7.) Damit ein Platz ganzjährig als "Erholungsinsel" angesehen wird, reicht eine Verbannung von Autos nicht. Eine Definition von gelungenem Platzerlebnis für den Laurentiusplatz sollte vor einer eventuellen Sperrung erarbeitet werden.

Gelungene Plätze wie der derzeitige Neumarkt in Elberfeld leben von einem Mix aus Sitzen, Verweilen, Sehen der Vorbeigehenden, Gesehenwerden, Konsumieren vor Gaststätten, Kaufen, Spielen und Sehen der Vorbeifahrenden.

Wenn die Friedrich-Ebert-Straße am Laurentiusplatz autofrei würde, würde ein nicht unwichtiges belebendes Element (Z.B. Glosse "Einparken" in der Presse) wegfallen. Ein in fünf Sommermonaten belebter Platz könnte den Rest des Jahres einen trostlosen Eindruck von Leere hinterlassen.

Die Friedrich-Ebert-Straße muss in diesem Platzabschnitt nicht als bezahlte Parkstraße mit Automaten dienen. Kurzparkplätze und Plätze zum Ein- und Aussteigen würden für belebende Eindrücke sorgen.

Die Grünen

Menschen beleben Plätze, nicht Kfz.
Der Neumarkt kennt keine eingeschränkte Durchfahrt für den Kfz-Verkehr (Lieferverkehr ausgenommen), der Marktplatz ist autofrei. Der Platz ist jedoch an der West- und Nordseite komplett fußläufig erreichbar. Wie in Zukunft am Laurentiusplatz, bedarf es maximal 40 m zu Fuß um die beiden Plätze flächendeckend zu Fuß zu beschreiten. Parkraum steht unverändert großzügig zur Verfügung im Umfeld vom Laurentiusplatz. Parkhäuser sind nicht ausgelastet und sehr günstig. Jeweils zirka 12 m² zu opfern pro leeres Kfz, an einem qualitativ hochwertigen Ort wo Menschen Erholung suchen, ist nicht zielführend.

Alberti

Verkehr ist ein wichtiger Teil der Platzbelebung. Wenn er ganz fehlt, wie am Döppersberg, wirkt ein Platz wesentlich langweiliger.

8.) Eine Gesamtsperrung der Verkehrsachse Neumarkt - Friedrich-Ebert-Straße würde das Geschäftsviertel Friedrich-Ebert-Straße / Luisenviertel abschotten

Seit der Qualitätsoffensive Innenstadt Elberfeld sind die Planungen im Internet auffindbar, den Neumarkt so umzugestalten, dass er von Autos nicht mehr in Ost-West-Richtung befahren werden kann.

Je komplizierte die Straßenführung ist, desto weniger Autofahrer fahren in dieses Gebiet. Was einerseits zur Verkehrsberuhigung erwünscht ist, führt aber leicht zu einer Gefährdung der Lebensfähigkeit dieses Einzelhandels. Die Achse von Barmen bis zum Robert-Daum-Platz als Parallelstrecke neben der B7 sollte in Elberfeld erhalten bleiben. Das Einkaufsviertel Friedrich-Ebert-Straße / Luisenviertel mit inhabergeführtem Einzelhandel darf m.E. nicht durch eine Sperrung der Neumarktstraße und des Laurentiusplatzes vom Ölberg, Platz der Republik, Uellendahl, Unterbarmen etc. hinter der Innenstadt Elberfeld versteckt werden und nur durch Umwege erreichbar sein.

 

Die Grünen

Mit der Fertigstellung vom neuen Döppersberg wurde eine Kapazität für den Kfz-Verkehr im gewaltigen Ausmaß geschaffen. Viele Städte in Europa bauten derartige autogerechte Verkehrsführungen spätestens in den 1970er Jahren und sind jetzt aktiv damit beschäftigt derartige "Monster" zurückzubauen. Die A46 und B7 sollten für den Wuppertaler Ost-West-Kfz-Verkehr ausreichen und Parallelstrecken in den Wohnvierteln sind zu unterbinden. Dazu ist, z.B. durch eine effektive Verkehrszirkulation, der Kfz-Verkehr aktiv zu reduzieren. Bestrebung der Verkehrszirkulation ist es nicht unnötige Umwege zu kreieren, sondern die Straßen frei zu halten von Kfz-Verkehr um (im Nahbereich) Platz für den Nah-, Rad- und Fußverkehr zu schaffen. Der individuelle Wunsch um jeden beliebigen Zielort in einer Stadt mit einem Kfz erreichen zu können, scheitert nachweislich wenn dieser Wunsch von vielen Personen gemeinsam und gleichzeitig verfolgt wird. Dass dieser Mobilitätsanspruch in den Städten seit Jahrzehnten gescheitert ist, ist eigentlich in 2021 Konsens. Mit etwas mehr Vernunft und Augenmaß hätte es soweit nicht kommen sollen, jetzt stecken wir aber mittendrin.  

 

9.) Vorschlag für den Laurentiusplatz: 10 km/h Beschränkung für Autos und Fahrräder, nur noch Kurzhaltemöglichkeiten vor der Außengastronomie

Unter der Berücksichtigung oben genannter Punkte erscheint mir eine Lösung sowohl den Interessen der Platzberuhigung als auch den Interessen der Einzelhändler zu entsprechen: Auf der Friedrich-Ebert-Straße wird auf der Platzlänge Laurentiusplatz eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 10 km/h eingeführt. Die bewirtschafteten Parkplätze am linken Straßenrand werden umgewandelt in Plätze zum Ein- und Aussteigen mit Parkverbot.

Andere Städte haben mit einer solchen 10 km/h Beschränkung, die dann später auch für den umgebauten Neumarkt gelten könnte, gute Erfahrungen gemacht. Eine zeitweise Polizei-Überwachung mit Kameras wäre leicht möglich und effektiv. Raser, Poser und Durchfahrende würden abgeschreckt, Kunden könnten ohne Schwierigkeit ins Luisenviertel gelangen.

Die Grünen:

Viele Kommunen haben in letzten Jahren derartige (pseudo-) verkehrsberuhigte Bereiche (10 km/h) oder Geschäftsbereiche (20 km/h) mit viel Aufwand und Geld gebaut. Mettingen ist ein gutes Negativbeispiel. Bei der Einhaltung der maximalen Höchstgeschwindigkeit ist jedoch im Alltag das Regelverhalten vieler Kfz-Fahrender nicht ausreichend, um die Sicherheit zu gewährleisten. Verkehrsberuhigte Bereiche sehen nämlich keine Trennung zwischen Fuß- und Fahrzeugverkehr vor. Geschäftsbereiche verwenden höchstens eine "sanfte Trennung", um die Nachrangigkeit des Fußverkehrs baulich hervorzuheben.
Eine Beschränkung auf 10 km/h würde ein verkehrsberuhigter Bereich ergeben, wo der Fußverkehr Vorrang genießt. Menschen zu Fuß dürfen die gesamte Verkehrsfläche beliebig nutzen. Fahrzeugverkehr ist untergeordnet. Das Abstellen von leeren Kfz ist nur auf markierten Flächen zulässig. Innerstädtische verkehrsberuhigte Bereiche werden in Realität geprägt von Kfz Fahrenden mit überhöhter Geschwindigkeit und von Kfz-Falschparkern. Fazit: derartige Flächen funktionieren nur wenn kaum mit Kfz-Verkehr zu rechnen ist. Aktiv Kfz-Verkehr in derartigen Bereichen zu induzieren, funktioniert nicht.

 

 

(Die jeweils aktuelle Fassung dieses Artikel ist zu finden unter www.manfredalberti.de Kap. A.19)

 

 

 

 

 

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