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Schneeschippen im Sommer

 

Muss das sein? Ein Kommentar zum Schneeschippen im Sommer? Wer davon ausgeht, dass es in zehn Jahren durch die Erderwärmung in Wuppertal keine Schneefälle mehr gibt, der kann diesen Kommentar überspringen. Für alle anderen wäre ein Gedankensprung aus den letzten warmen Sommertagen in die ungeliebte Winterarbeit ganz sinnvoll, denn in den nächsten zwei Monaten müssen für die Entscheidung des Wuppertaler Stadtrates alle Argumente zusammengetragen werden, die für oder gegen eine Bundesgartenschau 2031 in Wuppertal sprechen. Und da ist das Schneeschippen nicht ganz unwichtig.

An der engsten Stelle des Tales, nahe der Schwebebahnhaltestelle Westende, soll zwischen der Königshöhe im Süden und der Kaiserhöhe im Norden eine 700 m lange Hängeseilbrücke für Fußgänger und Fahrräder gebaut werden. In China gibt es eine solche etwas kürzere Brücke über ein tiefes Tal für besonders Wagemutige mit einem Gitterrost als Boden. Gruseln beim Blick in die Tiefe garantiert. Solcher Durchblick nach unten wäre für die normalen Besucher einer Bundesgartenschau in etwas höherem Lebensalter sicher nicht besonders attraktiv. Das kommt also nicht in Frage, auch wenn da der meiste Schnee durchrieseln könnte bis auf den Erdboden.

Die 180 cm breite Wuppertaler Brücke müsste also irgendeinen festen Boden bekommen, auf dem der Schnee liegen bleiben wird: 20 cm, 30 cm, 50 cm. Je nach Witterung kann das leichter Neuschnee oder vermischt mit Regen schwerer Nassschnee sein.

Und hier beginnt das Problem, über das man sich schon jetzt im Sommer Gedanken machen muss: Wie räumt man vor allem den Nassschnee von der Brücke? Eine kiloschwere Schaufel Nassschnee kann aus 70 m Höhe sicher ein Autodach verbeulen. Das ließe sich reparieren. Aber was ist mit dem Menschen, der eine solche Portion Nassschnee auf seinen Kopf bekommt? Und was ist mit dem Kleinkind im Kinderwagen? Geballter Schnee aus großer Höhe kann lebensgefährlich sein.

Den Schnee liegenzulassen, bis er taut, dürfte keine Lösung sein, denn dann bilden sich im Wechselspiel von Tauen und Frieren unter der Brücke lange sehr schwere Eiszapfen, die das Problem nicht lösen, sondern nur noch vergrößern.

Ein Netz unter die Brücke zu spannen, dürfte auch nicht als geeignete Lösung in Frage kommen, denn das Netz mag den geräumten schweren Schnee erst einmal aufhalten, aber auch hier werden sich sehr schnell sehr lange Eiszapfen bilden, die mit ihrem Gewicht selbst Zug- und Schwebebahndächer schwer schädigen könnten.

Also ein stabiles Schutzdach über die Verkehrswege? Knapp einhundert Meter lange Dächer über den Bahntrassen, über der Schwebebahn, über dem Schwarzen Weg, über der Simonsstraße, über der B7, über der ganzen Länge der Vogelsauer Treppe, über der Vogelsaue, über der Nützenberger Straße und auf der ganzen Straßenlänge über der Kabelstraße? Massive Dächer, die auch den Sturz eines Suizidalen auffangen könnten oder ein über das Geländer geworfenes Fahrrad? 

Schön und leicht kann eine Brücke gar nicht wirken, wenn unter Ihr massive Schutzbauen das ganze Tal und die Hänge überdecken. Dabei dürften diese Schutzbauten teurer werden als die ganze Brücke.

Was ist also die Lösung? Ich bin gespannt. Ich kann mir eine Lösung nicht vorstellen. Mir scheint sich nur wieder einmal zu bestätigen, dass große Projekte manchmal an fast unscheinbaren mutmaßlichen Kleinigkeiten scheitern können. Deshalb werden die Fragen und Hinweise aller Wuppertaler zur BuGa gebraucht, bevor der Stadtrat seine Entscheidung im November fällt.

 

 

 

 

 

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© Manfred Alberti

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