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Manfred Alberti

An der Piep 8 c

42327 Wuppertal

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manfredalberti@hotmail.com

www.manfredalberti.de Wuppertal, den 12.02.2014

 

An die Stadtverordneten der Stadt Wuppertal

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

entschuldigen Sie bitte, dass ich als Bürger im Rahmen der von Ihnen gewünschten Bürgerbeteiligung zum Döppersberg einige Minuten Ihrer Zeit in Anspruch nehmen möchte.

Mir bereitet die von Ihnen am 24.02.2014 zu entscheidende Totalsperrung der B 7 wegen ihrer Auswirkungen für die Bürger und die City Elberfeld große Sorgen.

- Ein jahrelanger Umsatzrückgang der Innenstadtgeschäfte um 20 oder gar 30 Prozent, wie Einzelhändler aufgrund von Erfahrungen in anderen Städten vermuten (WZ 12.02.), zerstört 20 bis 30 Prozent der Arbeitsplätze im Einzelhandel und wird die Existenzbasis mancher Geschäfte gefährden oder gar vernichten. Die City wird möglicherweise in einem Maße auf Dauer geschädigt sein, dass der neue Döppers-berg mit seinen erhofften Arbeitsplätzen diesen Schaden kaum wird ausgleichen können. Steuereinnahmen werden zurückgehen und die Arbeitslosigkeit wird steigen.

- Die Bürger werden durch die Umfahrung der Sperrung zu erheblichen Umwegen auf sehr staugefährdeten Straßen gezwungen. Die beiden einzigen Ausweichstrecken von Westen und Süden zu den großen Parkhäusern in der Innenstadt (Hochstraße - Karlstraße und Ronsdorfer Straße - Wolkenburg) sind weitgehend einspurig und eng und in ihrer Kapazität sehr begrenzt. Die Fahrdauer wird z.B. bei (Arzt-)Terminen kaum kalkulierbar sein.

- Regelmäßige Umleitungen sind sehr kosten- und zeitintensiv, sehr ärgerlich und belasten unnötig die Umwelt. Wenn von den 50 000 täglich den Döppersberg passierenden Fahrzeugen die Hälfte einen Umweg von 5 Kilometern machen muss, summiert sich die Zahl der Mehrkilometer (25 000 x 5 x 750 Arbeitstage) auf 93 Millionen (!) Kilometer. Fahrzeugkosten und Arbeitszeitkosten (bei Dienstfahrten) dürften sich für Bürger und Wirtschaft auf mehr als 50 Millionen € belaufen: Stauzeiten sind hier noch nicht einberechnet.

 

Mit einem Teil-Offenhalten der B 7 für zwei Fahrspuren in West-Ost-Richtung an der Baustelle vorbei könnte man die wichtigsten Probleme relativ leicht lösen:

- Eine durchgehende Fahrspur vom Robert-Daum-Platz bis zum Schauspielhaus könnte fast kreuzungsfrei einen großen Teil des Verkehrs bewältigen. Kurze Ampelphasen sind nur für den Querverkehr von der Morianstraße und von der B 7 aus Barmen zum Bahnhof (gleichzeitig Fußgängerübergang) notwendig. Eine Linksabbiegerspur in die Morianstraße sorgt für die Erreichbarkeit der großen Parkhäuser. Die Spur aus der Morianstraße auf die B 7 Richtung Barmen könnte als linke Fahrspur auf der Bundesallee sehr viel Verkehr ebenfalls fast ampelfrei bewältigen.

- Zu Beginn der Bauarbeiten verläuft der West-Ost-Verkehr auf den beiden heutigen Fahrspuren. Währenddessen werden unmittelbar am KöBoHaus die Absenkung und die Brücke für zwei Fahrspuren erstellt. Diese neuen Fahrbahnen nehmen dann den zweispurigen Verkehr auf und die anderen Fahrspuren können abgesenkt werden bzw. stehen als Baustellenbereich zur Verfügung. Diese Zweiteilung des Brückenbaus dürfte meines Erachtens keinesfalls eine Verlängerung der Bauzeit von drei auf fünf Jahre rechtfertigen.

- Der Baustellenbereich dürfte eine Einengung von sieben auf noch fünf zur Verfügung stehenden Fahrspuren sicher verkraften.

Vorteile einer solchen Lösung:

- Gute Erreichbarkeit der großen Innenstadtparkhäuser und des Bahnhofs (ohne Umleitung!) von Westen und Süden aus.

- Die Kapazität dieser Straßenführung dürfte außer in den Morgen- und Abendstunden so ausreichend sein, dass Umleitungsstrecken nicht gebraucht werden: Das bedeutet eine erhebliche Entlastung der innerstädtischen Umleitungsstrecken durch Wohngebiete nachts und am Wochenende.

- Die Zufahrt zu den Innenstadtparkhäusern (und damit zur City Elberfeld) verteilt sich auf die B 7, die Wolkenburg und die Hochstraße, während bei einer Totalsperrung nur die heute schon überlastete Hochstraße und die Wolkenburg zur Verfügung ständen.

 

Leider lehnt die Verwaltung die nähere Erarbeitung eines solchen Konzeptes mit Offenhaltung der B 7 in eine Richtung mit dem Argument ab, man wolle die Talsohle möglichst unattraktiv machen, damit die Wuppertaler zur Stauvermeidung bereit sind, möglichst weiträumige Umleitungen in Kauf zu nehmen. (Gespräch im Verkehrsressort am 07.01.2014)

Der damit einhergehende Hinweis auf die problemlose Sperrung der A 40 in Essen taugt als Vorbild für Wuppertal nicht, weil Essen ein Dutzend parallele Straßen neben der A 40 hat, die den Verkehr bedarfsgerecht aufnehmen können. In Wuppertal gibt es diese Parallelstraßen nicht: Der Verkehr hat nur die Dauerbaustelle A 46, die Hochstraße, die Wolkenburg und die Lichtenplatzer Straße: alles heute schon lärmgeplagte Wohnstraßen, die den ganzen Verkehr zusätzlich aufnehmen müssten.

 

Sie als die Stadtverordneten müssen entscheiden zum Wohl der Bürger, der Wirtschaft und des Gesamtkonzeptes „Wuppertal“. Die Interessen der Verkehrs-verwaltung dürften da nicht die alleinige entscheidende Rolle spielen. Es kann in meinen Augen auch dem besten Kommunikationsprofessor nicht gelingen, das Projekt „Döppersberg“ positiv in der Bevölkerung zu verankern, wenn damit solche Lasten für Bürger und Wirtschaft verbunden sind wie bei der Totalsperrung der B7.

Meine Bitte: Verschieben Sie die Entscheidung (evtl. auf eine Sondersitzung noch vor der Wahl), bis ein ausgearbeiteter Plan mit einer (Teil-)Offenhaltung der B 7 vorliegt. Die Entscheidung hat gravierende Konsequenzen für die City Elberfeld und ist wichtig genug, gut durchdacht gefällt zu werden. Die Lasten müssen so klein wie eben möglich bleiben.

Mit freundlichen Grüßen Manfred Alberti

p.s. Ausführlichere Erläuterungen zu einzelnen Punkten: www.manfredalberti.de B 5

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