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Planungsbeirat BUGA (Anschreiben)

 

An die Mitglieder des
Planungsbeirates der BUGA                                           05.03.2026
 
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Miriam Scherff
Sehr geehrte Mitglieder des Planungsbeirates für die Bundesgartenschau 2031
 
Der Stadtrat hat Sie beauftragt, die Planungen zur Bundesgartenschau zu begleiten.
 
Da sich der frühere Oberbürgermeister Prof. Dr. Schneidewind seit 2022 geweigert hat, kritische Aspekte der Bundesgartenschau wahrzunehmen und öffentlich darüber zu diskutieren, hat sich in der Öffentlichkeit ein sehr illusionär positives Bild über die BUGA herausgebildet, das der Wirklichkeit in weiten Teilen nicht entspricht.
 
Die kritischen Aspekte sind inzwischen so stark geworden, dass sie die Durchführung der Bundesgartenschau sehr belasten, wenn nicht sogar verhindern. Da auch die Presse Kritik an der BUGA nur sehr spärlich veröffentlichte, sind sehr bedeutende Aspekte in der Öffentlichkeit nahezu unbekannt. Damit Sie bei Ihren Überlegungen als Planungsbeirat alle Sichtweisen im Blick haben können, habe ich Ihnen die in meinen Augen wichtigsten Argumente zusammengestellt.
 
  1. Das Hauptziel der BUGA ist unerreichbar:
    Durch erlebnisreiche und schöne BUGA-Besuche das Image Wuppertals zu verbessern und für Besuche in Wuppertal auch nach der BUGA zu werben
    Denn solchen Zielen würden mehrere unschöne Erfahrungen entgegenstehen, die BUGA Besucher machen werden.
    1.1. Verärgerungen über Staus bei An- und Abreise
    Besucher mit PKW oder in Reisebussen werden morgens und abends auf allen Strecken rund um die BUGA in Vohwinkel, Sonnborn und Elberfeld West durch die wenigen und überlasteten Straßen und durch den gleichzeitigen Neubau des Sonnborner Kreuzes der A 46 und A 535 massive Staus erleben. Verärgerungen über den Zeitverlust sind selbstverständlich.
    1.2. Verärgerung über die sehr kleine BUGA
    Die Wuppertaler BUGA ist mit 29 Hektar Ausstellungsfläche sehr klein und die kleinste BUGA seit 1951. Die Landesgartenschau in Neuss 2026 besitzt mit 39 Hektar ein  Drittel mehr Ausstellungsfläche.
    1.3. Verärgerung über die zersplitterten Ausstellungsgebiete
    Neben dem Hauptareal Tesche mit 11 Hektar gibt es den Eingangsbereich Lokschuppen mit 2 Hektar, den Sportpark mit 5 Hektar, den Grünen Zoo mit 1,1 Hektar Ausstellungsfläche für die BUGA und zwei  4 und 5 Hektar große Areale rund um die Brückenköpfe der Hängeseilbrücke.
    1.4. Verärgerung über die weiten Wege von den Parkplätzen und zwischen den Ausstellungsflächen
    Zwischen den Arealen müssen die Besucher außerhalb der Areale weite Wege zurücklegen, für die teilweise öffentliche Verkehrsmittel benutzt werden müssen. Nur wer Glück hat, kann nach vermutlich meistens langen Schlangen einen Platz in der Schwebebahn ergattern. 
    1.5. Enttäuschung über die "normale" Brücke mit Pylonen statt einer reinen Hängeseilbrücke im tibetischen Style
    Besucherattraktionen sind in Deutschland die reinen Hängeseilbrücken, die alleine an den beiden Talseiten im Fels verankert sind und von Seite zu Seite durchhängen (Hunsrück, Harz, Willingen, Reutte in Tirol, bis 2031 wohl auch Schloß Burg). Die in Wuppertal geplante Brücke gleicht in der Konstruktion dagegen einer normalen Rheinbrücke mit zwei Pylonen, an denen die Brücke hängt.
     
  2. Weitere Probleme der BUGA-Planungen, die teilweise unlösbar sein dürften
    2.1. Besetzte kostenlose Parkplätze der Anwohner in Vohwinkel, Sonnborn, Varresbeck, Zooviertel, Nützenberg, Briller Viertel etc.
    Durch den Parksuchverkehr werden alle am Vormittag freien Parkplätze der Anwohner von BUGA-Besuchern bis zum späten Nachmittag belegt und die Anwohner haben keinerlei Parkgelegenheit mehr.
    2.2. Fehlende ausstellungsnahe Parkplätze für Reisebusse
    Für besonders ältere Besucher aus Reisebussen ist das abendliche Wiederfinden eigener Reisebusse in einer fremden Stadt schwierig, wenn diese nicht am Ausstiegspunkt stehen bleiben können. 
    2.3. Störung der BUGA durch den Neubau des Sonnborner Kreuzes
    Nicht nur An- und Abreise sondern auch der zweimalige Arealwechsel mittags und abends werden durch die immensen Bauarbeiten erschwert.
    2.4. Überdimensioniertes Zoo-Parkhaus mit Seilbahnstation
    Ein den Altbaumbestand des Zoos um 17 m überragendes Parkhaus mit Seilbahnstation ist für das unter Denkmalschutz stehende Zoo-Viertel durch seinen optischen Einfluss eigentlich undenkbar. Zudem ist das Haus völlig überdimensioniert, sobald der Seilbahnbetrieb sich nach der BUGA nicht mehr rentiert. 
    2.5. Seilbahn im denkmalgeschützten Zoo
    Die die alten hohen Bäume weit überragenden Seilbahnpfeiler sind nicht mit dem Denkmalschutz des Zoos zu vereinbaren.
    2.6. Zoobesucher und BUGA-Besucher
    Die an guten Tagen erwarteten 20 000 oder 30 000 BUGA-Besucher sind unverträglich mit den normalen Zoo-Besuchern, die häufig Familien mit kleinen Kinder sind. Der Zoo zerstört sein gutes Image.
    2.7. Zerstörung der Königshöhe
    Angesichts einer Brücke für gleichzeitig 1000 Besucher über einem Werk mit höchster Störfalleinstufung ist eine Vorbereitung auf einen möglichen Unglücksfall zwingend geboten. Dazu müssen besonders auf der Königshöhe Anfahrts-, Park- und Wendemöglichkeiten für  (schwere) Feuerwehr-und Rettungsfahrzeuge gebaut werden. Nicht asphaltierte Wege dürften bei Regenwetter dazu nicht ausreichen. Zusammen mit den umfangreichen Bauten am Brückenkopf (Aufzug, Kassen, Mitarbeiterparkplätze, Aufenthaltsräume, Künstlerwohnung etc. ) und der geplanten Bühne auf dem Wasserbehälter bleibt dann von der Königshöhe wenig übrig.
    2.8. Keine Bahnbrückenbauten
    Durch das Bauverbot der DB an Bahnanlagen zwischen Hagen und Köln von 2026 bis 2031 wird die Brücke zwischen dem P&R-Platz und dem Eingangsareal ebensowenig gebaut werden können wie die Einhausung unter der Brücke zum Schutz der Bahnanlagen und Züge gegen herabgeworfene Gegenstände oder Suizidwillige.
    2.9. Verbesserungen der Stadtstruktur 
    Außer dem vergrößerten Sportpark am Ende der Nordbahntrasse, der möglichen Renovierung des Bahnhofs Vohwinkel und dem Minipark Alte Gärtnerei sind für die 73 Mio. € Eigenbeitrag der Stadt keine nennenswerten Verbesserungen der Wuppertaler Stadtstruktur zu erwarten. Der Radrundweg muss alleine von der Stadt zusätzlich zu der BUGA finanziert werden. Da Wuppertal, anders als andere BUGA-Städte, keinerlei neue Investitionsflächen durch die BUGA bekommt, werden durch die BUGA keine neuen Firmen angeworben, wodurch andere Städte einen sechsfachen Rückfluss ihrer eingesetzten Gelder erreichen konnten. Die BUGA wird zum finanziellen Desaster.
    2.10. Finanzierung
    Wuppertal plant nach Angaben von verdi zur Haushaltssicherung den Abbau von 800 Arbeitsplätzen in der Verwaltung und bei den Stadttöchtern. Für die BUGA würde die Stadt aber weitere 80 zusätzliche zu den vorhanden 20 BUGA-Arbeitsplätzen benötigen. Bei den vielfältigen Personaldefiziten in den Diensten für die Bevölkerung dürfte eine solche Verschiebung von Arbeitskräften zu großer Verärgerung in der Bevölkerung führen.
 
Nähere Erläuterungen zu den obigen Punkten und andere Defizite habe ich Ihnen in einem Schreiben am  15. Februar 2026 zugesandt, das Sie auch auf meiner website  finden können: www.manfredalberti.de  Kap. 0.0.30
 
Für Ihre Überlegungen zu den schwierigen BUGA-Planungen halte ich angesichts der notwendigen Streichungen im Haushaltsentwurf das Streichen der BUGA31 für die sinnvollste Alternative.
 
Wenn erst nach Vorlage der Bauleitplanungen im 3. Quartal 2027 angesichts massiver Einsprüche von verschiedenen Seiten sich als zwingend herausstellt, dass rechtzeitige juristische Klärungen vor dem Baubeginn und vor der BUGA nicht mehr möglich sein werden, sind vorher noch einmal mehrere Millionen € vergeblich investiert worden. 
 
Ein Vorteil der jetzigen BUGA-Absage wäre zudem die Chance, dass man in einigen Jahren für stillgelegte Brachflächen des Kalksteinabbaus im Wuppertaler Westen die umfassenden Möglichkeiten der BUGA-Gesellschaft für eine Rekultivierung dieser riesigen Brachen mit neuen Industriearealen, Wohnbauflächen und Erholungsflächen nutzen könnte.
 
Für Ihr Treffen am 16. März wünsche ich Ihnen gute Gespräche
                                                        Manfred Alberti

 

 

 

 

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