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Eine neue Fußgängerzone in Elberfeld

Und wieder einmal ist es soweit: Die Wuppertaler Stadtkrankheit hat erneut zugeschlagen. Ohne jegliche Information der Öffentlichkeit, ohne jegliche Diskussion beschließen die drei Parteien SPD, Grüne und Linke in der Bezirksvertretung Elberfeld, dass sie 50 m Fußgängerzone auf der Neumarktstraße neben dem Kaufhof zwischen Wall und Genügsamkeitsstraße einrichten wollen.

Sind 50 m Fußgängerzone denn überhaupt der Rede wert? Eine Fußgängerzone zwischen zwei hohen Häuserfassaden, so dass die Sonne abends ganze dreißig Minuten lang auf dieses Fleckchen Erde scheint?

Dieser Aufwand für einige Außentische einer Imbißstube? Natürlich nicht! Aber der Sinn des Ganzen soll wohl nicht so deutlich werden: Es geht nicht um 50 m Fußgängerzone, sondern diese vermeintliche Fußgängerfreundlichkeit ist nur die öffentliche Blendung, um etwas ganz anders zu erreichen: Die Neumarktstraße soll für den Autoverkehr gesperrt werden, um wieder ein Stück einer autofreien Innenstadt näher zu kommen.

Eine Wuppertaler Krankheit: Keine frühzeitige Information der Öffentlichkeit und bloß keine Diskussion riskieren, sondern einen Planungsauftrag beschließen und möglichst bald umsetzen.

Da kann man wirklich nur den Kopf schütteln: Seit Monaten wird deutschlandweit über die Zukunft der Kaufhof-Karstadt-Häuser diskutiert, wobei die kleinsten genauso wie die Weltstadtkaufhäuser zur Diskussion stehen, und dann beschließt die Bezirksvertretung Elberfeld, dass die direkte Zufahrt zum Kaufhofparkhaus nicht mehr möglich sein soll. Vom Hofkamp aus soll es einen komplizierten und zwei Kilometer langen Umweg über die Luisenstraße geben.

Vor einiger Zeit hat man bei dem Umbau Döppersberg die B 7 gesperrt und jahrelang bewußt keinerlei Umleitungsbeschilderung eingerichtet. Den Ärger auswärtiger Besucher habe ich noch gut im Ohr: „Nie wieder Wuppertal!“ Und anschließend waren sämtliche inhabergeführten Einzelhandelsgeschäfte aus dem Zentrum Elberfelds verschwunden. Dieser Einzelhandel existiert heute nur noch im Luisenviertel.

Aber da hat man ja schon am Laurentiusplatz den Durchgangsverkehr durch die Friedrich-Ebert-Straße verboten. Ob das der dahinter liegende Einzelhandel übersteht?

Wird die Bezirksvertretung irgendwann einmal einen Teil der Verantwortung für den Tod des Einzelhandels und eventuell des Wuppertaler Kaufhofs übernehmen? Hauptsache, Elberfeld wird für Autofahrer zu kompliziert und damit uninteressant.

Und wenn mit dem Kaufhof die letzte Elberfelder Möglichkeit verschwindet, z.B. Geschirr einzukaufen, dann werden sich alle auf das neue Outlet-Center in Lennep freuen, das ja nicht nur Designer-Mode sondern die ganze Palette von Einkaufsträumen anbieten wird. Und bis dahin nutzt man halt das Internet.

Jahrelang wird man jetzt in den Elberfelder Einkaufsstraßen bauen und anschließend sollen die Busse am Neumarkt direkt an der Commerzbank entlang rechts um den Brunnen herum fahren. Dort, wo man heute sitzen und den Blick auf den Markt genießen kann.

Diesen Plan gibt es seit vielen Jahren. Diskutiert wird darüber aber nicht. Warum? Will man mit dem Überraschungseffekt wieder einmal Fakten schaffen?

Liebe Bezirksvertretung Elberfeld, 

Wuppertal hat nach Berlin mit 52 die zweitmeisten Friedhöfe in Deutschland. Die Elberfelder City sollte nicht der 53. werden, ohne attraktive Geschäfte, aber berühmt wegen seiner teuren Designerbänke.

 

Manfred Alberti

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manfredalberti@hotmail.com

 

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© Manfred Alberti

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